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Frauen in Führungspositionen: Unternehmen mit hoher Frauenquote sind wirtschaftlich erfolgreicher – doch der Fortschritt stockt

Nachhaltigkeit

Unternehmen mit höherer Frauenquote sind wirtschaftlich erfolgreicher – dennoch besteht großer Nachholbedarf in Führungspositionen.

Frauenquote in österreichischen Unternehmen

Anlässlich des Internationalen Weltfrauentags am 8. März analysierte der Informationsdienstleister CRIF erneut die Frauenquote in österreichischen Unternehmen.

Die aktuellen Zahlen zeigen, dass Unternehmen mit einer höheren Frauenquote finanziell stabiler und erfolgreicher sind.

Doch während in einigen Bereichen Fortschritte zu erkennen sind, bleibt der Anteil von Frauen in Spitzenpositionen weiterhin auf niedrigem Niveau – insbesondere in Vorständen und Aufsichtsräten großer Unternehmen.

Wirtschaftlicher Vorteil durch Diversität

Wirtschaftlicher Vorteil durch Diversität – Spitzenpositionen aber männlich dominiert

Die aktuelle Auswertung von CRIF bestätigt, dass Diversität in Führungspositionen einen positiven Einfluss auf die finanzielle Stabilität und Bonität von Unternehmen hat.

Unternehmen mit ausgewogener Geschlechterverteilung zeigen eine bessere wirtschaftliche Performance.

Einzelunternehmen weisen mit 44,2 Prozent einen hohen Frauenanteil auf, ebenso Prokurist:innen mit 54,8 Prozent.

Bei Kapitalgesellschaften liegt der Anteil von Frauen in Geschäftsführungen bei nur 15,6 Prozent.

In Vorständen sind Frauen mit nur 11,7 Prozent vertreten, in Aufsichtsräten mit 23,5 Prozent.

„Obwohl immer mehr Unternehmen die Bedeutung von Diversität erkennen, sind wir von echter Gleichstellung noch weit entfernt“, so Boris Recsey.

Branchenspezifische Unterschiede

Frauen stark in sozialen Berufen, in technischen Branchen unterrepräsentiert

Besonders hohe Frauenanteile zeigen sich in Branchen wie:

  • Handel: 65,4 Prozent
  • Sonstige Dienstleistungen: 79,2 Prozent
  • Gesundheits- und Sozialwesen: 77 Prozent
  • Erziehung und Unterricht: 47,6 Prozent

Niedrige Anteile finden sich in:

  • Land- und Forstwirtschaft: 12 Prozent
  • Verkehr und Lagerei: 11,6 Prozent
  • Information und Kommunikation: 11,1 Prozent
  • Baubranche: 3,9 Prozent

Regionale Unterschiede

Auch im Bundesländer-Vergleich gibt es Unterschiede:

  • Burgenland: 51,3 Prozent
  • Niederösterreich: 48,6 Prozent
  • Steiermark: 46,4 Prozent
  • Tirol: 38,7 Prozent
  • Salzburg: 41,8 Prozent
  • Vorarlberg: 45,2 Prozent

Bei Kapitalgesellschaften liegt Wien mit 17,4 Prozent voran, während Vorarlberg mit 12,9 Prozent das Schlusslicht bildet.

Frauenquote als ESG-Faktor

Frauenquote als ESG-Faktor: Gleichstellung wird zum wirtschaftlichen Vorteil

Mit der Einführung der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) seit 2023 rückt die Frauenquote stärker in den Fokus.

Das „S“ in ESG steht für soziale Aspekte wie Gleichstellung und Diversität.

Unternehmen mit höherer Frauenquote erfüllen ESG-Kriterien besser und profitieren langfristig.

„Die Frauenquote ist längst nicht mehr nur eine gesellschaftspolitische Frage, sondern ein entscheidender Faktor für nachhaltigen Unternehmenserfolg“, so Recsey.