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Studienpräsentation in Alpach: Nachhaltigkeit ist in den Unternehmen Chefsache

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird zunehmend zur Chefsache und strategischem Erfolgsfaktor in österreichischen Unternehmen.

  • 2/3 der befragten Unternehmen sehen Nachhaltigkeit direkt in der Geschäftsleitung oder Vorstandsebene angesiedelt.
  • 3/4 der Befragten sehen Nachhaltigkeit als Chance.
  • 37% der Unternehmen sehen Herausforderungen in der Orientierung gesetzlicher Vorgaben und 29% in der Integration in das Geschäftsmodell.
  • 26% der Maßnahmen betreffen Energieeffizienz, Ressourcenschonung oder Emissionsreduktion und 18% Abfallmanagement und Recycling.
  • Nur 4% betreffen soziale Nachhaltigkeit wie faire Arbeitsbedingungen oder gesellschaftliches Engagement.

Nachhaltigkeit wird zur strategischen Führungsaufgabe

Wien, 28. August 2024 - Nachhaltigkeit wird in Österreichs Unternehmen zunehmend zur Chefsache. Dies zeigt die aktuelle Nachhaltigkeitsstudie 2024, durchgeführt von CRIF Austria in Zusammenarbeit mit FHWien der WKW, dem Handelsverband, Leadersnet und Telemark Marketing.

Die umfassende Studie, die auf einer Befragung von über 450 Unternehmen basiert, beleuchtet den Status quo und die Herausforderungen der österreichischen Wirtschaft in Sachen Nachhaltigkeit und zeigt auf, wie ernst Unternehmen das Thema nehmen.

Nachhaltigkeit auf höchster Ebene verankert

Zwei Drittel (66%) der befragten Unternehmen haben Nachhaltigkeit direkt in der Geschäftsleitung oder auf Vorstandsebene verankert. Diese Tatsache unterstreicht, dass das Thema nicht nur operativ, sondern strategisch auf höchster Ebene diskutiert und gesteuert wird.

Es zeigt sich, dass Nachhaltigkeit tiefgreifende Veränderungen im Unternehmen erfordert, die durch Entscheidungsträger und Führungspersonen initiiert und getragen werden müssen.

Die Teilnahme von over 200 Geschäftsführern und Vorständen an der Studie belegt die Relevanz, die dem Thema in den Unternehmensspitzen beigemessen wird.

„Nachhaltigkeit ist Chefsache und das ist gut so, denn nur so kann eine tiefgreifende und effektive Transformation im Unternehmen stattfinden. Für das Gelingen in der Umsetzung ist entscheidend, dass alle Mitarbeiter diese Veränderung mittragen, was einen neuen Managementstil und Leadership Ansatz bedingt“, erklärt Ruth Moss, Psychologin und Head of Sustainability von CRIF Austria.

Wissensstand und Entwicklung bei Nachhaltigkeit

Der Wissensstand zum Thema Nachhaltigkeit variiert stark in den Unternehmen und im Vergleich zur Branche. Während 72 % der Befragten angeben, dass sie persönlich sehr gut und gut informiert sind, schätzen sie das Wissen im eigenen Unternehmen schlechter ein (57%). Den Wissensstand in ihrer Branche beurteilen nur 35% als sehr gut.

Mit diesem Wissensstand stellt sich die Frage, wie lange sich die Unternehmen bereits mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigen: 58% der Unternehmen geben an, sich bereits seit mindestens fünf Jahren damit zu beschäftigen (22% seit mehr als 10 Jahren), während 28% erst vor Kurzem begonnen haben. 14% werden erst damit beginnen.

„Nachhaltigkeit kann nur gelingen, wenn dies von einer breiten Öffentlichkeit getragen wird. Dazu bedarf es richtiger Kommunikation und dem fundierten Wissen, wie nachhaltiges Wirtschaften funktioniert“, ist Michael Heritsch, CEO FHWien der WKW überzeugt.

Nachhaltigkeit als Chance mit Herausforderungen

Drei Viertel (76%) der Unternehmen sehen in der Nachhaltigkeit eine Chance für ihre zukünftige Entwicklung.

„Nachhaltiges Wirtschaften wird zunehmend als strategische Chance für Innovation, Zukunftssicherheit und langfristigen Erfolg gesehen. Durch diese positive Überzeugung bekommt Nachhaltigkeit die notwendige Energie“, so Ruth Moss.

Dennoch sehen 34% Nachhaltigkeit als unnötigen Aufwand und 42% als Risiko.

Die größten Herausforderungen liegen bei 37% in der Orientierung gesetzlicher Vorgaben, bei 29% in der Integration ins Geschäftsmodell sowie bei je 28% in Performance-Messung und Datenerhebung.

„Es zeigt sich, dass es nicht nur um die Überzeugung geht, nachhaltig zu handeln, sondern auch um das Wissen und die Ressourcen“, so Robert Sobotka.

Fokus auf ökologische Maßnahmen

Ein zentraler Befund: 26% der Maßnahmen betreffen Energieeffizienz, Ressourcenschonung und Emissionsreduktion, gefolgt von 18% im Bereich Abfallmanagement.

Nur 4% betreffen soziale Nachhaltigkeit.

„Nachhaltigkeit darf nicht nur als Umweltthema verstanden werden, sondern muss auch soziale Gerechtigkeit und gesellschaftliche Verantwortung umfassen“, plädiert Heidrun Kopp.

Regulatorische Anforderungen als Herausforderung

37% der Unternehmen sehen gesetzliche Anforderungen als größte Herausforderung. Im Handel sind es sogar 50%.

„Das Korsett an nationalen und EU-Regulierungen wird immer enger“, erklärt Stephan Mayer-Heinisch.

Der Green Deal ist mit 87% Bekanntheit die bekannteste Vorgabe, gefolgt von Anti-Greenwashing (69%) und SDGs (68%).

Bei der Reportingpflicht sind 53% der Unternehmen aktuell noch nicht betroffen.

„Die Nachhaltigkeits-Fitness Österreichs Wirtschaft ist Chefsache“, fasst Paul Leitenmüller zusammen.

Über die Studie

Die Nachhaltigkeitsstudie 2024 ist die größte und umfassendste Unternehmensbefragung ihrer Art in Österreich und bietet einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand und die Herausforderungen der österreichischen Wirtschaft im Bereich Nachhaltigkeit. Sie wurde im Zeitraum Mai – Juli 2024 durchgeführt und basiert auf einer detaillierten Online-Befragung von über 450 Unternehmen unterschiedlichster Branchen - Handel (25%), Industrie/Produktion (24%), Transport/Logistik (6%), Finanzinstitute (7%), Kommunikation/IT (13%), Gastronomie/Tourismus (3%), sonstige Dienstleistungsunternehmen (17%) und andere (7%). Teilgenommen haben 43% internationale Konzerne und 57% österreichische Unternehmen mit unterschiedlichen Unternehmensgrößen (KMU 64%, 36% Großunternehmen). Befragt wurden Personen aus Geschäftsleitung/Vorstand (44%), Abteilungs-/Bereichsleitung (31%) und Nachhaltigkeitsverantwortliche (10%) sowie 14% sonstige.

Die Studie wurde unter der fachlichen Leitung von Robert Sobotka (Telemark Marketing) mit dem Initiatoren Team Ruth Moss (CRIF Austria), Heidrun Kopp und Michael Heritsch (FHWien der WKW), Isabel Lamotte, Gerald Kühberger und Stephan Mayer-Heinisch (Handelsverband) und Paul Leitenmüller, (Leadersnet) durchgeführt.

Fotos und Video der Studienpräsentation sowie die Nachhaltigkeitsstudie zum Download finden Sie hier.