Risikoprognose
In Märkten, die von Unsicherheit und raschem Wandel geprägt sind, ist die Fähigkeit, Risiken vorherzusehen und zu managen, ein entscheidender Wettbewerbsvorteil
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Im vergangenen Jahr meldeten in Österreich 6.813 Unternehmen eine Insolvenz an. Damit stiegen die Firmenpleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25,7 Prozent (2023: 5.419 Firmeninsolvenzen). So lauten die zentralen Ergebnisse der Analyse der Firmeninsolvenzen 2024 des Informationsdienstleisters CRIF.
Prognose: Anstieg im Jahr 2025 auf bis zu 7.000 Insolvenzen
Prognose: Anstieg im Jahr 2025 auf bis zu 7.000 Insolvenzen
„Die Unternehmen in Österreich sehen sich weiterhin mit erheblichen Problemen konfrontiert. Die Wirtschaft steckt weiter im Krisenmodus. Insbesondere hohe Energie-und Lohnkosten, geopolitische sowie politische Unsicherheiten und die anhaltende Rezession belasten die Unternehmen. In der Summe führt das Vorhandensein nicht nur einer, sondern mehrerer parallel verlaufender Krisen zu mehr finanzieller Instabilität bei den Unternehmen“, kommentiert Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich die aktuellen Zahlen.
Der Informationsdienstleister CRIF geht davon aus, dass die Insolvenzen auch im Jahr 2025 weiter steigen werden. Die aktuelle Prognose liegt bei etwas über 7.000 Insolvenzen für das aktuelle Jahr.
Da die Insolvenzstatistik stets die Vergangenheit abbildet, also gewissermaßen einen Blick in den Rückspiegel darstellt, werden die genauen Auswirkungen der Krisen auch im kommenden Jahr sichtbar werden.
Am meisten Firmeninsolvenzen in Wien
Im Jahr 2024 verzeichnete Wien mit 2.705 Firmeninsolvenzen den höchsten Wert.
Es folgen Niederösterreich (1.167), die Steiermark (750), Oberösterreich (733), Kärnten (386), Tirol (359), Salzburg (349), das Burgenland (197) und Vorarlberg (167).
Wien verzeichnete auch die höchste Insolvenzdichte mit 194 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen. Der Durchschnitt lag bei 117.
Die niedrigsten Werte gab es in Tirol (63) und Vorarlberg (65 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen).
Stärkster prozentualer Anstieg in Wien
In Wien gab es nicht nur die meisten Firmenpleiten, sondern auch den höchsten Anstieg mit plus 41,9 Prozent.
Auch das Burgenland (plus 36,9 Prozent) und die Steiermark (plus 24,2 Prozent) liegen über dem Durchschnitt von plus 25,7 Prozent.
Geringere Anstiege gab es in Salzburg (plus 9,4 Prozent) und Niederösterreich (plus 9,5 Prozent).
Betroffene Branchen:
„Die steigenden Firmeninsolvenzzahlen zeigen die Notwendigkeit für österreichische Unternehmen, Risiken rechtzeitig zu erkennen und mehr in Prävention sowie eine solide Strategie zu investieren. Eine ausgeprägte Risikokultur und der effektive Einsatz von Ressourcen sind entscheidend für langfristigen Erfolg und Resilienz des Unternehmens“, so Recsey.
Indikatoren einer möglichen Insolvenz
In der betrieblichen Praxis lassen sich typische Verhaltensmuster identifizieren, die auf eine prekäre Situation eines Unternehmens hinweisen.
Dazu zählen beispielsweise:
Auswirkungen auf Unternehmen
Insolvenzen und schlechtes Zahlungsverhalten belasten insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen.
Ein Mangel an Liquidität durch verspätete oder unbezahlte Rechnungen ist eine der häufigsten Ursachen für Insolvenzen.
Zusätzlich entstehen mehr Verwaltungsaufwand und Kosten.
Im schlimmsten Fall entsteht ein Teufelskreis: Unternehmen können Investitionen nicht tätigen oder Bestellungen nicht bedienen.
Dies kann zu einer wirtschaftlichen Schieflage führen.
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