Wir müssen Verantwortung dringend neu denken!

Für eine nachhaltige und lebenswerte Zukunft ist die Einhaltung von ökologischen, sozialen sowie Governance-Kriterien unablässig. Bei der Umsetzung werden technologische Lösungen zum kritischen Erfolgsfaktor, so Boris Recsey, CEO von CRIF Österreich im Interview mit Trending Topics.

Herr Recsey, nachhaltiges Wirtschaften wird für Unternehmen verpflichtend und entscheidet künftig über den Unternehmenserfolg. Mit welchen Herausforderungen und Verpflichtungen sind Banken und Unternehmen anderer Branchen generell in Bezug auf Nachhaltigkeit konfrontiert?
BORIS RECSEY: Die Grüne Transformation erfährt durch die neuen Regularien und Verordnungen eine Beschleunigung und der Einsatz von ESG-Kriterien führt zu einem Paradigmenwechsel, in dem Verantwortung neu gedacht werden muss. Die Zukunft von Unternehmen ist von Nachhaltigkeit geprägt.

Jedes Unternehmen muss in Zukunft seiner nachhaltigen und sozialen Verantwortung gerecht werden. Das Weltwirtschaftsforum hat bereits auf ein Dilemma bei der Umsetzung hingewiesen, weil nur kollektives Handeln zum Erfolg führen kann. Wie wichtig ist in diesem Zusammenhang ein kollektives Handeln eigentlich?
Es ist sehr wichtig, die gesetzlichen Grundlagen für ein ESG-konformes Wirtschaften zu schaffen. Damit kann den Bestrebungen- die notwendige Ernsthaftigkeit und Dringlichkeit eingeräumt werden. Bei der Umsetzung ist ein ganzheitliches Vorgehen der Schlüsselfaktor, es muss gemeinschaftlich gedacht werden. Einer alleine kann nicht viel bewirken. Im Moment ist ganzheitliches Denken jedoch noch Mangelware und es werden vielerorts Einzellösungen entwickelt. Das kann zur Folge haben, dass sich der administrative Aufwand für Unternehmen mit der Vielzahl von Kontaktpunkten multipliziert, folglich aufwendig ist und die Umsetzung scheitert.

Wie ist dieses Problem in den Griff zu bekommen? Welchen sinnstiftenden Beitrag kann der Einsatz moderner Technologie leisten?
Es braucht nützliche Instrumente zur Messung und Kommunikation nachhaltiger Wertschöpfung. Diesen kollektiven Ansatz teilen wir in der CRIF-Gruppe und haben eine global vernetzte ESG-Lösung entwickelt, die bereits erfolgreich in mehreren Ländern eingeführt wurde.

Welche Lösung im ESG-Bereich hat Ihr Unternehmen entwickelt? Ist die Lösung die Antwort auf die Herausforderungen, die Nachhaltigkeit für Unternehmen mit sich bringt?
Die Lösung basiert auf einer Plattform und ermöglicht auf einfache Art Unternehmen regelkonform nach ESG-Kriterien zu bewerten und diese Information zugänglich zu machen. Dieser PaaS-Ansatz – PaaS steht für Platform as a Service - ist für die beide Zielgruppen Finanzinstitute sowie für Unternehmen anderer Sektoren, die Lösung. Durch die erstmalige ESG-Evaluierung online über unsere ESG-Plattform erhalten Unternehmen ihre ESG-Zertifizierung, welche für die verpflichtete Anfrage abrufbar ist. Das erfolgt weitgehend in automatisierten Prozessen und reduziert den administrativen Aufwand seitens Unternehmen auf eine einmalige für alle Anfragen gültige Zertifizierung. CRIF verbindet als neutrale Plattform die vielen anfragenden Institutionen und Unternehmen mit ESG-zertifizierten Unternehmen.

Ihre ESG-Plattform scheint eine einfache Antwort auf die zuvor scheinbar komplizierte Frage der Umsetzung der zukünftigen ESG-Kriterien zu liefern. Kann CRIF den neuen Standard etablieren, der regelkonform ist und der es mit einfacher Handhabe allen Beteiligten ermöglicht in Zukunft nachhaltig und sozial zu wirtschaften?
Ja. Mit diesem hohen Anspruch sind wir in die Entwicklung unserer ESG-Plattform gegangen. Technologie dient nicht dem Selbstzweck. Wir verstehen uns als Enabler, der die Zukunft mitgestalten kann. Zudem sind wir durch unsere konzerneigene CRIF Rating-Agentur legitimiert, regelkonform Unternehmen nach ESG zu zertifizieren. Diese Kombination hat letztlich zur Entwicklung unserer ESG-Plattform geführt, die bereits weltweit erfolgreich im Einsatz ist.

ESG Transparency Plattform – für die einfache ESG Evaluierung.

 

Bild copyright David Visnjic

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