CRIF Studie: Österreicher weniger, aber dafür höher verschuldet

Die Zahlungsmoral der Österreicherinnen und Österreicher hat sich verbessert – so das Ergebnis einer Erhebung von CRIF Österreich - führender Anbieter von Business Informationen und datenbasierten Technologien. Der Bevölkerungsanteil mit offenen Forderungen im Betrachtungszeitraum* ist demnach von   1,53 % auf 1,30 % gesunken. Im Gegensatz dazu ist die durchschnittliche Forderungshöhe über alle Bundesländer hinweg um 10 Prozentpunkte auf 354 Euro (Vorjahr: 323 Euro) gestiegen.

„Die aktuelle Entwicklung ist eine gute Nachricht für heimische Unternehmen – der Großteil ihrer Kundinnen und Kunden begleicht Rechnungen fristgerecht. Auch sind die Rückstände von durchschnittlich 354 Euro pro Inkassomeldung immer noch als relativ niedrig zu bewerten“, so Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich und erklärt weiter: „Fakt ist jedoch, dass jeder Geschäftsabschluss – vor allem aber der Kauf auf offene Rechnung – für das Unternehmen ein gewisses Risiko birgt. Zahlen Kunden nicht oder nur verspätet, kann es zu Liquiditätsengpässen kommen. CRIF unterstützt hier vor allem den Handel und E-Commerce, aber auch Banken und Versicherungen, durch kreditrelevante Informationen beim Risikomanagement.“

Podestplätze im Bundesländerranking: Burgenland, Tirol und Oberösterreich

Wie schon in den Jahren zuvor führt das Burgenland das Bundesländerranking an. Der Anteil der Personen mit offenen Forderungen liegt hier bei 1,01 % und damit unter dem Österreichschnitt von 1,30 %. Dahinter folgen Tirol (1,05 %) und Oberösterreich (1,12 %). Das Schlusslicht bildet Wien mit 1,80 %.

Abb. 1: Ranking Bundesländer nach Bevölkerungsanteil mit Inkassomeldungen

Die durchschnittliche Forderungshöhe ist in allen Bundesländern etwas angestiegen, nur Vorarlberg kann einen Rückgang verzeichnen, bei dem die Forderungshöhe von 363 Euro auf 359 Euro gesunken ist. Das Bundesland mit der niedrigsten durchschnittlichen Forderungshöhe ist Kärnten. Oberösterreich bildet mit der höchsten durchschnittlichen Forderungshöhe das Schlusslicht im Ranking.

 

Abb. 2: Ranking Bundesländer nach durchschnittlicher Höhe der Inkassomeldungen

Männer haben höhere Forderungen als Frauen

Frauen verfügen insgesamt über niedrigere Zahlungsrückstände als Männer. Die Höhe des offenen Rechnungsbetrags liegt bei Männern im Schnitt bei 409 Euro (Vorjahr: 378 Euro) und somit um 37 % höher als bei Frauen mit 299 Euro (Vorjahr: 268 Euro). Generell kann gesagt werden, dass die durchschnittliche Forderungshöhe im Vergleich zum Vorjahr über ganz Österreich hinweg gestiegen ist und zwar bei Männern um rund 8 % und bei Frauen um etwa 11 %. Lediglich bei Männern in Vorarlberg ist die durchschnittliche Förderungshöhe um ca. 6 % zurückgegangen. Die stärkste Erhöhung bei Forderungen ist bei den Männern in Tirol zu verzeichnen (~21 %).

Viele Junge leiden an Überschuldung

Die meisten Personen mit offenen Forderungen sind ähnlich wie im letzten Jahr in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen zu finden. Mit 3,29 % liegt der Anteil der Personen mit offenen Forderungen hier am höchsten. Allerdings verfügen sie mit durchschnittlich 317 Euro auch über den zweitniedrigsten Schuldenstand, nur die Altersgruppe der 80- bis 84-jährigen hat einen noch niedrigeren Schuldenstand (316 Euro) vorzuweisen. Wie auch in den vergangenen Jahren zeichnet sich ab, dass mit zunehmenden Alter die durchschnittliche Forderungshöhe steigt, diese ab 60 Jahre aber wieder sinkt „Über die niedrigste durchschnittliche Forderungshöhe verfügen jüngere und ältere Konsumenten, da in dieser Lebensphase nur ein beschränktes Einkommen zu Verfügung steht. Dagegen fällt in jener Phase, in der das Einkommen meist am höchsten ist – nämlich im Alter zwischen 50 und 60 Jahre – auch die durchschnittliche Forderungshöhe am höchsten aus“, erklärt Recsey abschließend.

 

 

*Alle erhobenen Zahlungsrückstände beziehen sich auf Rechnungen, die im Zeitraum von Juli 2017 bis Juli 2018 an Inkassobüros, die mit CRIF zusammenarbeiten übergeben wurden. Die Prozentzahlen beziehen sich jeweils auf die Gesamtbevölkerung der jeweiligen Alterskategorien bzw. des Bundeslandes. Mahnungen oder Zahlungsverzögerungen werden von CRIF nicht erfasst und fließen daher auch nicht in die Bewertung des Zahlungsverhaltens mit ein.

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