Studie: Frauen auf dem Vormarsch

Wien, 30. Oktober 2018: Frauen sind zwar in den Führungsetagen der heimischen Unternehmen immer noch unterrepräsentiert, der Abstand gegenüber ihren männlichen Mitbewerbern verringert sich aber zusehends, so das Ergebnis einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich.

Während im Jahr 2010 nur 30 % der österreichischen Unternehmen von einer oder mehreren Frauen geführt wurden, lag der Anteil 2014 bereits bei 34,3 % und 2017 bei 36,6 %. Umgekehrt gab es bei den männlichen geführten Unternehmen einen Rückgang von 64,6 % im Jahr 2010 auf 57,9 % im Jahr 2017.

„Grundsätzlich ist diese Tendenz begrüßenswert, in den großen, vor allem auch börsennotierten Unternehmen sind Frauen jedoch trotz gleicher Qualifikation nach wie vor in der Minderheit“, erklärt CRIF Geschäftsführer Boris Recsey. „Nicht nur in Österreich, auch in anderen Ländern Europas bekommen Frauen weniger Gehalt bei gleicher Leistung, haben schlechtere Aufstiegsmöglichkeiten und stoßen irgendwann an eine gläserne Decke.“

Und das, obwohl Frauen nachweislich besser wirtschaften. Laut der CRIF Auswertung wurden 2017 71,5 % der von einer Insolvenz betroffenen österreichischen Unternehmen von einem oder mehreren Männern geleitet – im Vergleich zu 20,9 %, bei denen eine oder mehrere Frauen das Ruder in der Hand hatten. Der Anteil der insolventen Firmen an der Gesamtunternehmenszahl lag im letzten Jahr bei rund 0,77 %. Auch hier zeigt sich der Geschlechterunterschied: Während von 1000 aktiven Unternehmen 4 weiblich geführte Insolvenz anmelden mussten, waren es bei den männlich geführten 10 von 1000. Recsey zufolge bleiben Firmen mit einer weiblichen Geschäftsführung in der Regel auch länger im Markt bestehen, weil Frauen konsequent reinvestieren und weniger Risiko eingehen.

 

Über die Erhebung:

Für die Grundgesamtheit der Unternehmen wurden alle aktiven Firmen in Österreich zum Stichtag 31.12. der Jahre 2010, 2014 und 2017 berücksichtigt, die einem Gewerbe zuordenbar sind und mindestens einen aktiven Zeichnungsberechtigten hatten. Ausländische Rechtsformen und Firmen in Gründung wurden ausgenommen. Für die Grundgesamtheit der insolventen Firmen wurden alle österreichischen Unternehmen, über die im Zeitraum von 01.01.2017 bis 31.12.2017 ein Insolvenzverfahren eröffnet und nicht abgewiesen wurde, berücksichtigt. Zu diesen Firmen wurden die Geschlechter der zeichnungsberechtigten Personen herangezogen, die entweder zum Zeitpunkt der Insolvenzeröffnung oder im Jahr vor der Eröffnung aktiv waren.

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