Branchenreport Bau: Neugründungen leicht rückläufig

In der Baubranche werden immer weniger Unternehmen gegründet. Im vergangenen Jahr sank die Zahl der neuen Unternehmen gegenüber 2016 um 19,6 Prozent, wie die Wirtschaftsauskunftei CRIF Österreich feststellte. Vor fünf Jahren entfielen noch 5,4 Prozent der bundesweiten Neugründungen auf den Bausektor, 2017 waren es nur noch 4,3 Prozent.

Die Anzahl der Unternehmensgründungen in der Baubranche ging während der letzten fünf Jahre sukzessive zurück. Während 2013 noch 5,4 % der österreichweiten Neugründungen auf Bauunternehmen entfielen, waren es 2017 nur noch 4,3 %. Verglichen mit 2016 wurden im vergangenen Jahr um 19,6 % weniger Bauunternehmen gegründet.

Abb. 1: Anteil der Unternehmensgründungen in der Baubranche an der Gesamtanzahl der österreichweiten Unternehmensgründungen

Im Bundesländervergleich waren im Jahr 2017 die Wiener Bauunternehmer mit 23 % der Neugründungen führend, gefolgt von den Niederösterreichern mit 18 % sowie den Oberösterreichern mit 14,1 %. Die Schlusslichter bildeten Vorarlberg (4,2 %) und das Burgenland (4,6 %).

Bei den Insolvenzen ist im Fünfjahresvergleich kein eindeutiger Trend erkennbar. Von 2016 auf 2017 gingen die Insolvenzen in der Baubranche um rund 8 % zurück während sie von 2015 auf 2016 um 4,5 % stiegen. Im vergangenen Jahr waren die meisten insolventen Bauunternehmen in Wien (38,04 %) zu verzeichnen – die wenigsten in Vorarlberg (1,31 %).

„Die Stimmung in der Baubranche ist positiv, der Konjunkturmotor brummt, die Geschäftslage hat sich signifikant verbessert. Auch wenn die Neugründungen während der letzten Jahre – wohlbemerkt auf einem niedrigen Niveau – zurückgegangen sind, zählt die Baubranche immer noch zu den gründungsintensivsten Branchen Österreichs“, so Boris Recsey, Geschäftsführer CRIF Österreich.

Dicke Eigenkapitaldecke für Österreichs Bauunternehmen

Im Rahmen der Erhebung hat CRIF die bis Anfang 2018 eingereichten Bilanzen der Jahre 2016 und 2015 verglichen. Das Ergebnis: Die österreichischen Bauunternehmen verfügen insgesamt über eine positive Eigenkapitalausstattung, die im Jahresvergleich über alle Bundesländer hinweg sogar leicht gestiegen ist. Unternehmen in Tirol belegen mit einer Median-Eigenkapitalquote von ca. 36 % im Jahr 2016 den ersten Platz im Bundesländerranking (Anstieg um 1,2 % im Vergleich zu 2015). Danach sind Vorarlberger Betriebe am besten mit Eigenkapital ausgestattet (ca. 33 %, Anstieg um 0,6 %), gefolgt von Unternehmen aus Kärnten (ca. 32,4 %, Anstieg um 0,7 %). Auf den letzten Plätzen rangieren steirische (ca. 29 %, Anstieg um 0,2 %) und burgenländische (ca. 31 %, Anstieg um 2 %) Unternehmen.

„Insgesamt stehen die österreichischen Bauunternehmen auf einer soliden Kapitalbasis. Je höher die Eigenkapitalquote, desto stabiler und kreditwürdiger auch das Unternehmen, denn die Eigenkapitalquote ist ein bedeutender Parameter für die Bonitätsbewertung und hat entscheidenden Einfluss auf die Kreditvergabe sowie die Kosten einer möglichen Finanzierung. Gerade wenn es darum geht zu expandieren oder in neue Betriebsmittel zu investieren, sind jene Unternehmen, die über viel Eigenkapital verfügen, klar im Vorteil“, erklärt Recsey.

Firmenstandorte vermehrt im Osten

Die Daten von CRIF zeigen außerdem, dass der Osten Österreichs für Bauunternehmen besonders attraktiv ist. Rund 40 % der Unternehmen haben hier ihren Firmenhauptsitz. Die meisten der heimischen Bauunternehmen sind dabei in Wien (ca. 18,6 %) angesiedelt – dicht gefolgt von Niederösterreich (ca. 17,7 %). Danach folgen im Bundesländerranking die Steiermark (ca. 14,0 %), Oberösterreich (ca. 13,8 %), Tirol (ca. 10,9 %), Salzburg (ca. 8,3 %), Kärnten (ca. 8,0 %), Vorarlberg (ca. 4,6 %) und das Burgenland (ca. 4,0 %).

Abb. 2: Anteil der Firmensitze in der Baubranche nach Bundesland

 

Über die Studie

Als Berechnungszeitraum für Insolvenzen und Gründungen wurde der Zeitraum von 01.01.2013 bis 31.12.2017 (Datenstand 24.01.2018) herangezogen. Für alle anderen Berechnungen wurden jene Firmen berücksichtigt, welche zum 24.01.2018 aktiv waren. Ausgenommen wurden ausländische Firmen sowie ausländische Rechtsformen. Die Berechnung der Eigenkapitalquote basiert auf der jeweils aktuellsten eingemeldeten Bilanz eines Unternehmens, wobei als Rechtsform nur GmbHs und AGs berücksichtigt wurden. Alle Angaben ohne Gewähr.

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