Sind Sie ein typisches Opfer von Internetbetrug?

„Wir haben nur einen kleinen Onlineshop ...“ - KMU glauben deshalb oft, vor Betrug im Internet gefeit zu sein. Leider ein Irrtum!

Gleich vorweg: Ob edler Wein aus der schönen Südsteiermark, Lkw-Reifen vom Großhändler oder das exklusive Angebot einer regionalen Modeboutique – alles ist interessant für Diebe, und das gilt selbstverständlich auch im virtuellen Raum. Aber sind nicht jene besonders gefährdet, wo es am meisten zu holen gibt – also im Großhandel? Weil sich damit der Betrug im Internet erst so richtig auszahlt?

Alle sind angreifbar – diese ernüchternde Tatsache wurde am diesjährigen Sicherheitsgipfel Anfang März, zu dem der Handelsverband gemeinsam mit dem Bundeskriminalamt und CRIF in Wien geladen hatte, leider klar. Laut aktueller Kriminalstatistik 2019 beziehen sich rund 28.000 von jährlich fast 490.000 Betrugsanzeigen explizit auf Internetkriminalität (Quelle: (https://bundeskriminalamt.at/501/files/Broschuere_PKS_2019.pdf). Da der Onlinehandel laut Rainer Will, GF des Handelsverbands, achtmal schneller wachse als der stationäre, befinde sich der damit verbundene Onlinebetrug ebenso im Steigflug. Durchschnittlich 92 Prozent der Online- und Versandhändler in Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bereits einmal das Opfer von Betrugsversuchen, das besagt die  „eCommerce-Studie Österreich 2019“ von CRIF. Und alleine in Österreich waren 87 Prozent der Onlineshop-Betreiber schon einmal mit einem Betrugsfall oder Betrugsversuch konfrontiert, untermautert ebenfalls die CRIF-Studie, die jährlich im DACH-Raum durchgeführt wird.

Jeder kann zum Betrugsopfer werden

Zwei Drittel der Cybercrime-Delikte seien monetär geprägt, erfuhr man außerdem beim Sicherheitsgipfel. Die Sicherheitsexperten sind sich über dieses Faktum absolut einig: Jeder kann zum Betrugsopfer werden!

Dass es nicht immer um die ganz dicken Fische geht, zeigt eine interessante Tatsache: Die höchsten Einzelverluste, die für die betroffenen Unternehmen entstehen, liegen in 73 Prozent der Fälle unter 5.000 Euro. Das klingt nicht nach horrenden Summen, aber besonders für kleine Shop-Betreiber kann das empfindliche Konsequenzen nach sich ziehen. Für jene also, die sich möglicherweise am sichersten fühlen!

Betrugsbekämpfung – bevor etwas passiert

Betrugsprävention ist also oberstes Gebot für alle Unternehmer, die auf E-Commerce setzen. Wer vor anfallenden Kosten dieser „Alarmanlage“ zurückschreckt, sollte sich klar sein: Sicherheit kostet Geld, aber weniger Sicherheit kostet mehr Geld. E-Commerce müsse sich genauso wie der stationäre Handel vor Onlinebetrug schützen. Neue technologische Lösungen können durch hohe Vernetzung und den Abgleich von Informationen potenzielle Betrüger entlarven, noch bevor der Fraud passiert. Und das in jedem Onlineshop, egal, ob groß oder klein.

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