4 Tipps für den idealen Markteintritt Ihres Online Shops in der Schweiz

Der Online-Handel boomt - immer mehr auch grenzüberschreitend. Neben Deutschland ist gerade für österreichische Onlineshops die Schweiz ein interessanter Markt, da hier noch viel unausgeschöpftes Potenzial liegt. Viele schrecken aber vor den vermeintlich komplizierten Vorschriften zurück. Was Sie neben den Do‘s und Don‘ts im interkulturellen Web-Design, Kaufgewohnheiten, Produktpräferenzen und Zahlungsmodalitäten über Zölle und Steuern wissen sollten, verraten Ihnen die Experten der Wirtschaftsauskunftei CRIF.

Online-Handel ist dynamisch, jung und stark konzentriert

Der Umsatz der 100 größten Onlineshops in Österreich umfasste 2013 1,6 Mrd. Euro. Die Top 100 Schweizer Onlineshops generierten 3,4 Mrd. Euro. Diese Ergebnisse sind der gemeinsamen Studie „E-Commerce-Markt Österreich/Schweiz 2014“ von EHI und Statista entnommen. In beiden Märkten ist der Onlinehandel nach wie vor dynamisch, jung und stark konzentriert. So setzten die 10 umsatzstärksten Online-Händler in Österreich rund 809 Millionen Euro um, während die zehn umsatzstärksten Onlineshops in der Schweiz zusammen 1,6 Milliarden Euro erwirtschafteten, so Statista. Insgesamt ist der Onlinehandel in Österreich viel stärker von ausländischen Anbietern dominiert: Knapp die Hälfte der Shops sind außerhalb Österreichs beheimatet, in der Schweiz kommt nur etwa jeder sechste aus dem Ausland.

Schweizer Kunden kaufen viel und zahlen brav

Schweizer Kunden weisen bei Online-Bestellungen Warenkörbe von durchschnittlich sehr hohem Wert auf und bestellen häufig über mobile Endgeräte. Im Vergleich zu Österreich oder Deutschland kommt es tendenziell zu weniger Ausfällen. Diese Faktoren machen den Schweizer Markt zusätzlich zu der geografischen Nähe, den sprachlichen Gemeinsamkeiten und dem positiven Ausblick für österreichische Händler naturgemäß interessant.

Mit lokaler Expertise zur richtigen Strategie 

Dank des technologischen Fortschritts und anhaltender Bemühungen für eine Erleichterung des freien Warenverkehrs, wird es immer einfacher, durch grenzüberschreitenden Online-Handel neue Marktsegmente zu erschließen. Nach wie vor bestehen aber territoriale sowie auch psychologische Barrieren. Experten, die sich mit den lokalen Gegebenheiten auskennen, helfen Ihnen bei der Planung der richtigen Strategie für einen erfolgreichen Markteintritt in der Schweiz. Sowohl in Österreich als auch in der Schweiz vertrauen die großen Player am Markt auf das Know How von CRIF, die sie seit der Übernahme von OFWI Teledata in der Schweiz mit einem erweiterten Angebotsspektrum unterstützen kann.

So sind Sie in der Schweiz mit Ihrem Online Shop erfolgreich

Als Global Player und Marktführer bei Personenauskünften kennen wir von CRIF die Bedürfnisse unserer Kunden aus dem e-Commerce sehr genau.

Wir geben Ihnen 4 Tipps für den idealen Markteintritt, damit sich die auf den ersten Blick riskant erscheinenden Schweizer Vorschriften in Chancen für Sie verwandeln: 

  1. Kauf auf offene Rechnung: Die Schweizer kaufen online am liebsten auf offene Rechnung ein, Kreditkarten werden hingegen nur zurückhaltend eingesetzt – besonders in der Deutschschweiz. Wollen Sie Umsatz generieren und damit die Kaufabbruchquoten reduzieren, empfehlen wir, Kauf auf offene Rechnung anzubieten. Mit Hilfe von Bonitätsprüfungen, die Sie einfach in Ihren Kaufprozess integrieren können, lässt sich das Risiko bei dieser Zahlungsoption auf ein Minimum reduzieren.
  2. Lokale Händler warden bevorzugt: Viele Online Händler entscheiden sich dazu, eine Fiskalvertretung oder ein Sitz in der Schweiz zu gründen, da die Schweizer einerseits vorzugsweise bei lokalen Firmen bestellen und dies andererseits steuer- und zollrechtliche Vorteile mit sich bringt. Ein mehrsprachiger Marktauftritt sollte in diesem Zusammenhang berücksichtig warden.
  3. Zölle und Steuern: Die Zollabgabe wird in der Schweiz größtenteils auf Basis des Bruttogewichts berechnet, was bei Sendungen von geringem Gewicht und hohem Wert durchaus Vorteile mit sich bringt. Hat die bestellte Ware ihren Ursprung in der EU, kann diese mit einem Ursprungsnachweis – der u.U. nachträglich vorgewiesen werden muss – in der Regel zollfrei eingeführt werden. Der Mehrwertsteuersatz liegt in der Schweiz bei nur 8%, bei Büchern oder Lebensmitteln überhaupt nur bei 2,5%. Die Abgaben werden allerdings erst erhoben, wenn sie einen Betrag von 5 Franken überschreiten. Das bedeutet, dass Sendungen mit einem Wert von maximal 62 Franken mehrwertsteuerfrei eingeführt werden können. Ausnahmen gibt es für sogenannte Kleinsendungen. Fallen neben der Mehrwertsteuer Zölle oder andere Abgaben an, gelten Sendungen bis zu einem Wert und Gewicht von 1000 Franken bzw. Kilogramm als Kleinsendungen. Diese können elektronisch abgefertigt werden, wodurch sich die Zollveranlagung vereinfacht.
  4. Transparenz für den Kunden: Generell empfehlen wir, genau zu prüfen, ob die Waren den schweizerischen Vorschriften entsprechen. Außerdem sollten die Kunden während des Bestellvorgangs deutlich darauf hingewiesen werden, dass zusätzliche Einfuhrabgaben anfallen können, die zu ihren Lasten gehen. Idealerweise stellt man eine Tabelle zur Verfügung, die einen Überblick über die für die Berechnung der Abgaben relevanten Bemessungsgrundlagen gibt. Somit entspricht man der schweizerischen Preisbekanntgabe-Verordnung, entsprechend der man dem Kunden den Endpreis bekannt geben muss.

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